grabenlose Kanalsanierung

Kanalsanierung mittels Inliner und Kurzliner?

 

Undichte Abwasserleitungen bergen zahlreiche Risiken: Wenn Wasser aus undichten Leitungen in den Boden gelangt, ist der Schaden oft groß. Wie man Abwasserleitungen sanieren kann und welche Kosten und Kostenvorteile sich bei Inliner Sanierungen ergeben.

 

Frage: Warum sind undichte Abwasserleitungen überhaupt ein so großes Problem, und sind sie überhaupt ein Problem für Hausbesitzer?

 

Die Probleme, die sich durch undichte Abwasserleitungen auch für Grundstücksbesitzer ergeben können, werden leider häufig unterschätzt. Der Dichtheitszustand der Rohre wird dagegen häufig überschätzt.
Sie müssen sich vor Augen halten, dass eine undichte Abwasserleitung auch für Sie als Hausbesitzer durchaus problematische Folgen haben kann. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht:


Wenn nur öffentliche Kanäle saniert werden, die Grundwasserleitungen aber unsaniert bleiben, kann das einen Grundwasseranstieg zur Folge haben. Daneben können sich auch durch das ständig abfließende Wasser am eigenen Grundstück mit der Zeit Hohlräume bilden – das wiederum kann im Lauf der Zeit zu Setzungen von Gebäuden mit den entsprechenden Folgen (Rissbildung, bis hin zum Einsturz) führen.
Undichte Leitungen begünstigen daneben auch das Einwachsen von Wurzeln in die Kanalrohre. Dadurch werden die schon bestehenden Schäden laufend vergrößert, zusätzlich stellen die Einwachsungen ein mit der Zeit immer größeres Abflusshindernis dar, mit der Gefahr eines Rückstaus.

Und natürlich müssen Sie daran denken, dass das ins Erdreich abfließende Schmutzwasser Ihr Grundstück verschmutzt.

 

Frage: Die direkten Folgen von unsanierten, undichten Abwasserleitungen sind also tatsächlich möglicherweise gravierend. Gibt es auch indirekte Folgen?

 

Die gibt es natürlich auch – und auch die indirekten Folgen bekommt man als Hausbesitzer oft zu spüren.
Risse in den Abwasserkanälen führen auch zum Einsickern von sogenanntem Fremdwasser. Für die Abwasserentsorgung bedeutet das einen ungeplanten
Risse in den Abwasserleitungen können fatale Folgen haben
Mehraufwand und den Bedarf, Kanalsysteme zu erweitern – der natürlich dann wiederum auf die Abwassergebühren umgelegt wird, und den Gebührenzahler tritt.
Der höhere Aufwand überlastet auch die Kläranlagen, die mit geringeren Abwassermengen rechnen, und deren Reinigungsleistung dann schwächer wird. Damit gelangen mehr Schadstelle in die Gewässer, und langfristig kann es über Drainage-Effekte auch zu Grundwasserabsenkungen kommen. Das führt manchmal zu Schäden an Bauwerken und auch beim Pflanzenbewuchs.

 

Frage: Wie kann man Abwasserleitungen sanieren?

 

Grundsätzlich auf zwei Wegen: Der eine Weg ist, defekte oder undichte Wasserrohre einfach durch neue und dichte Rohre zu ersetzen. Das bedeutet aber, dass man zunächst die alten Rohre ausgraben muss – in manchen Fällen, gerade bei tief liegenden Rohren, ein aufwändiges und kostspieliges Unterfangen.
Der wesentlich einfachere Weg, undichte Rohre wieder dicht zu bekommen, ist die Sanierung durch sogenannte Kurzliner oder durch Inliner. Hier muss nicht aufgegraben werden, die Abdichtung erfolgt von innerhalb des Rohrs. In der Praxis ist dieses Verfahren häufig um bis zu 50 % kostengünstiger als ein Austausch von Rohren. Zudem kann man die Kosten im Vorfeld hier sehr genau angeben, es kommt zu keinen ungeplanten Kostenerhöhungen wie manchmal bei der offenen Bauweise.

 

Frage: Wie funktioniert das genau?

 

Nach einer umfassenden Rohrreinigung und einer Dichtheitsprüfung wird das Ausmaß des Schadens festgelegt. Zur Sanierung werden einfach Schläuche aus bestimmten Textilgeweben oder aus Glasfaser in das Rohr geschoben.


Die Schläuche sind entweder mit Epoxidharz imprägniert (beim Kurzliner) oder werden vor Ort mit Kunstharz getränkt (beim Inliner). Der Schlauch wird dann mithilfe von Druckluft und einer speziellen Trommel langsam in den Kanal gedrückt. Nachdem das Kunstharz ausgehärtet ist (im Falle des Inliners verwendet man dazu zirkulierendes heißes Wasser) ist das Rohr wieder abgedichtet und es kommt zu keinem Wasserabfluss und zu keinem Eindringen von Fremdwasser mehr.

 

Frage: Wo liegt der Unterschied zwischen Inlinern und Kurzlinern?

 

Kurzliner sind, wie der Name schon sagt, die kurze Variante des Inliners. Beim Einbringen wird beim Kurzliner lediglich eine sogenannter Packer verwendet, ein Gerät, das den Schlauch mithilfe von Druckluft an die Außenseite des Rohrs presst, bis das Kunstharz ausgehärtet ist. Durch den Packer kann Wasser fließen, damit bleibt die Abwasserleitung auch während der Sanierung benutzbar.


Beim Inliner, der für längere Abdichtstrecken verwendet wird (bis zu 100 Meter sind bei einer Sanierung von Grundleitungen auf einmal möglich) muss das Abwassersystem dagegen für kurze Zeit außer Betrieb gesetzt werden.

 

Frage: Welche Kosten entstehen bei der Inliner-Sanierung?

 

Die Kosten sind in einem konkreten Fall zwar nach der Dichtheitsprüfung und der Rohruntersuchung sehr genau vorhersagbar, allgemein können sie aber je nach örtlichen Gegebenheiten sehr weit auseinanderliegen.

 

Frage: Wovon hängen die Kosten im Wesentlichen ab?

 

Die Kosten bei der Inliner-Sanierung hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, darum sind sie auch so schwer vorherzusagen:


• primär natürlich von der Länge der betroffenen Leitung und • vom Leitungsverlauf und dem Verzweigungsgrad der Leitungen • von der Zugänglichkeit für Bauarbeiten (Revisionsschächte) • von Art und Ausmaß der Schäden


Dazu kommen noch regionale Unterschiede und Unterschiede bei der Preisgestaltung beim ausführenden Fachbetrieb. Auch das kann in der Praxis noch durchaus beträchtliche Kostenunterschiede von Ort zu Ort verursachen.
Die betroffene Leitungsstrecke entscheidet dann auch darüber, ob das Inliner- oder das Kurzliner-Verfahren eingesetzt wird.

 

Frage: Welche zusätzlichen Arbeiten sind außer dem Einsetzen der Schlauchliner noch erforderlich?

 

Grundsätzlich sind vor und nach der Sanierung bestimmte Nebenarbeiten erforderlich.

Vor dem Beginn der Arbeiten ist auf jeden Fall eine Rohrreinigung erforderlich. Danach erfolgt eine Begutachtung des Schadens mithilfe einer in das Rohr eingeführten TV Kamera. So können Schäden sehr genau begutachtet und das Schadensausmaß recht genau eingeschätzt werden.

 

Wenn eingewachsene Wurzeln oder andere Hindernisse entfernt werden müssen, geschieht das ebenfalls bereits im Vorfeld. Bei Bedarf kommen dafür auch spezielle Geräte zum Einsatz, die in der Lage sind, auch kräftige Wurzeln sauber abzutrennen und zu entfernen.
Nach Abschluss der Arbeiten müssen dann die Anschlüsse der Seitenzuläufe wieder mithilfe eines kleinen Fräsroboters geöffnet werden. Danach erfolgt eine Dichtheitsprüfung, die in manchen Fällen auch vorgeschrieben ist. Die Kamerabilder werden dann zu einer Vorher- Nachher-Dokumentation zusammengestellt, die man in der Regel auch als Kunde ausgehändigt erhält.

 

Die Arbeitsschritte sind also zusammengefasst:
• Rohrreinigung
• Inspektion, Schadensbegutachtung
• evtl. Dichtheitsprüfung
• eventuell Entfernen von Verstopfungen und       Hindernissen im Rohr
• Rohrsanierung
• Öffnung der Seitenäste
• Dichtheitsprüfung
• Dokumentation des Vorher-Nachher-Zustands   der Arbeiten

 

Frage: Wie kann man bei der Rohrsanierung mit Inlinern die Kosten
Ratsam ist, die Preise mehrere Firmen zu vergleichen
niedrig halten?

 

Das ist schwierig, weil man auf die Arbeiten an sich keinen Einfluss hat – und im Grunde auch auf die Schäden auch nicht. Solche Schäden können einfach entstehen.

 

Was sich immer lohnt, ist schon im Vorfeld darauf zu achten, dass Abwasserleitungen wirklich fachgerecht verlegt und eingebettet werden, und dass vor allem ausreichend Revisionsschächte mit eingebaut werden. Das hält die Kosten bei einer späteren Sanierung deutlich geringer.

 

Das verwendete Rohrmaterial ist auch nicht ganz unerheblich – gerade hier sollte man beim Neubau nicht am falschen Ende sparen.